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Alkohol ist die weltweit am weitesten verbreitete Droge, deren Konsum in den meisten Staaten erlaubt ist. Der Begriff  Alkohol ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Ethanol. In Deutschland lag der durchschnittliche pro Kopf Verbrauch von reinem Alkohol 2008 laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V.(DHS) bei  9,9 Liter. Das entspricht ca. 140 Litern alkoholischer Getränke, die jede*r Bundesbürger*in pro Jahr zu sich nimmt.

Statistisch trinken Männer deutlich mehr Alkohol als Frauen. Dennoch ist besonders bei jungen Frauen in den letzten Jahren ein steigender Alkoholkonsum zu beobachten. Vor allem das sogenannte „binge drinking“ (auch bekannt als Rauschtrinken oder exzessive Trinkgelage) hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. In diesem Zusammenhang, aber auch generell, steigt die Zahl der riskant oder abhängig trinkenden Frauen kontinuierlich.

Bei einer noch unentdeckten Schwangerschaft kommt es in der Frühphase so häufig zu „unfreiwilligem“ Alkoholkonsum, da bisherige Trinkgewohnheiten beibehalten wurden. Dann ist es besonders wichtig, den Alkoholkonsum nach Entdeckung der Schwangerschaft unverzüglich einzustellen, um dem Kind eine gesunde Weiterentwicklung zu ermöglichen.

Nach bisherigen Kenntnissen gibt es keine sichere Alkoholmenge, die in der Schwangerschaft garantiert ohne Folgen für das Kind getrunken werden kann. Deswegen sollte in der Schwangerschaft auf Alkohol gänzlich verzichtet werden.

Manchen Frauen gelingt ein vollständiger Verzicht oder zumindest eine größtmögliche  Reduzierung von Alkohol in der Schwangerschaft nicht. Ein riskanter, missbräuchlicher oder abhängiger Alkoholkonsum kann ohne Hilfe nicht immer überwunden werden.

Wann ist zuviel zu viel?

In Deutschland trinken ca. 700.000 Frauen missbräuchlich oder abhängig Alkohol. Doch was genau heißt Alkoholabhängigkeit und was unterscheidet sie vom Alkoholmissbrauch? Wann ist Alkoholkonsum noch risikoarm für die Gesundheit und wann nicht mehr?

Risikoarmer Konsum wird für Frauen außerhalb der Schwangerschaft definiert als Konsum von weniger als 16 Gramm Reinalkohol pro Tag. Das entspricht ungefähr einem sogenannten Standardgetränk (siehe Tabelle). Von einem risikoarmen Konsum wird  dann gesprochen, wenn zudem an mindestens zwei Tagen kein Alkohol getrunken wird.

Riskanter Konsum beginnt also schon ab ein bis zwei Gläsern eines alkoholischen Getränks pro Tag. Der Übergang von riskantem zu missbräuchlichem und abhängigem Konsum ist fließend und orientiert sich nicht unbedingt an der getrunkenen Menge. Entscheidend sind auch Faktoren wie Alter, gesundheitliche Verfassung und der individuellen Lebenssituation.

Trinkmenge (in Liter) Alkoholgehalt (in Prozent)Menge reiner Alkohol (in Gramm)
Bier0,3 Lca. 4,8 %11,5 gr.
Biermixgetränke0,33 Lca. 2,9 %7,7 gr.
Sekt0,1 Lca. 11 %8,8 gr.
Wein0,2 Lca. 11 %17,6 gr.
Spirituosen0,02 L20 – 40 %ca. 6 gr.

Alkoholmissbrauch wird als Alkoholkonsum definiert, der zu sozialen, psychischen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt. Das können unter anderem durch Alkoholkonsum verursachte partnerschaftliche Konflikte, finanzielle Schwierigkeiten oder Leistungsverlust am Arbeitsplatz sein.

Alkoholabhängigkeit gilt, im Gegensatz dazu, als eine Krankheit, bei der sich das Leben zunehmend um die Droge Alkohol dreht. Oft wird hier das Alkoholtrinken so wichtig, dass es andere Interessen verdrängt und Pflichten und Hobbys vernachlässigt werden. Ein klarer Hinweis auf eine Alkoholabhängigkeit sind wiederholte, erfolglose Versuche, weniger oder gar nichts mehr zu trinken. Trotzdem glauben Alkoholabhängige aber häufig, ihren Konsum jederzeit und ohne Hilfe Anderer beenden zu können. Tatsächlich aber gelingt das nur sehr selten oder der Verzicht auf Alkohol ist nur von kurzer Dauer.

Vielen Alkoholabhängigen fällt es ― verständlicherweise ― sehr schwer, sich ihre Krankheit einzugestehen. Vor allem dadurch kommt es oft zu einer langjährigen Alkoholabhängigkeit von der oft sogar Familienmitglieder, Freunde oder Angehörige nichts bemerken.

Weitere Information zur Alkoholprävention finden Sie unter www.praevention-na-klar.de

Je nach bisherigem Trinkverhalten können die einen Frauen leichter als die Anderen auf Alkohol während der Schwangerschaft und in der Stillzeit verzichten.

Wenn es Ihnen schwer fällt, in der Schwangerschaft auf Alkohol zu verzichten, dann holen Sie sich Hilfe. Reden Sie zum Beispiel mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen einer Schwangeren- oder Suchtberatungsstelle, Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt, mit Ihrer Hebamme oder mit uns.

Entzug in der Schwangerschaft

Da ein Entzug bei bestehender Alkoholabhängigkeit für Sie und Ihr Kind ein großes gesundheitliches Risiko darstellt, sollte ein Alkoholentzug in der Schwangerschaft in jedem Fall stationär unter ärztlicher Begleitung durchgeführt werden! Wir vermitteln Sie in entsprechende Hilfsangebote in Ihrer Nähe und begleiten Sie auf dem Weg!

Wigwam Zero informiert, berät und unterstützt Sie vorurteilsfrei und individuell. Zusammen klären wir Ihren Hilfebedarf und unterstützen Sie auf dem Weg in eine alkoholfreie Schwangerschaft.

Alkoholkonsum bei Frauen

Alkoholkonsum bei Frauen ist häufig anders als bei Männern. Während Männer eher in geselliger Runde Alkohol konsumieren, trinken Frauen häufig auch alleine und im privaten Bereich. Typisch ist aber auch, dass Frauen sich häufig früher Hilfe suchen, wenn sie problematische Konsummuster an sich feststellen.

In solchen Fällen wenden sich Frauen meist zuerst an Hausarzt/Hausärztin und allgemeine Hilfsangebote. Demzufolge sind Frauen meist weniger lange alkoholabhängig als Männer.

Während bei Männern „ein kräftiger Schluck“ oder „ein Zacken in der Krone“ als weitgehend „normal“ gelten, wird alkoholisierten Frauen gesellschaftlich weniger „Verständnis“ entgegengebracht. Auch deswegen ist ganz generell die Angst vor Stigmatisierung bei Frauen erkennbar höher als bei Männern.